Psalm 123

Marina weiss nicht wie weiter. Sie vermisst ihren Ehemann, welcher vor einem Jahr an Krebs starb. Obwohl sie nie viel Geld hatten und in den Slums lebten, konnten sie mit dem regelmässigen Einkommen ihres Mannes gut leben.

Nun steht sie mit dem siebenjährigen Brian alleine da. Dank Gelegenheits-Jobs genügt das Geld für das Essen, doch die schlechten Arbeitsbedingungen von den Reinigungsjobs erschweren ihr die Gestaltung ihres Alltages sehr. Zudem leidet ihr Sohn Brian sehr am Verlust seines Vaters. Er hat Verlustängste und verbietet seiner Mutter aus dem Haus zu gehen. Er versucht die Rolle des Ehemannes einzunehmen, was sich an seinem Kontrollverhalten bezüglich seiner Mutter zeigt.

Marina weiss nicht wie sie mit diesem autoritären Verhalten umgehen soll und zieht sich oft lieber von anderen Leuten zurück, als ihrem Sohn die Stirn zu bieten. Dazu kommt, dass Brian überdurchschnittlich intelligent ist. In der staatlichen Schule ist die Bildung nicht so gut und er ist unterfordert. Dementsprechend verhält er sich in der Schule auch auffällig. Marina würde ihn gerne in einer Privatschule einschreiben, doch dies ist finanziell nicht möglich.


Wir staunen immer wieder über Brians Fähigkeiten. Beispielsweise hat er in nur zwei Tagen für das Einweihungsfest von Estación Esperanza den Psalm 123 auswendig gelernt.

Miriam und Carlos Bernales

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