Problemstellung

Peru erlebte laut der peruanischen Zeitung „El Comercio“ im Jahre 2013 5.8% Wirtschaftswachstum und gehört nach Banco Mundial (BM) nun zur wirtschaftlichen Spitze der lateinamerikanischen Länder.

Die Armut besteht weiterhin. Ca. 37 % der Peruaner leben in grosser Mittellosigkeit. In den Armenvierteln der Hauptstadt Lima reihen sich Hütten an Hütten inmitten staubiger Hügel. Irgendwo darunter liegt Kouri (Slum Ventanilla), wo vor kurzem das Projekt „ Estación Esperanza “ initiiert wurde.

Im Distrikt von Ventanilla haben gleichzeitig mit den ökonomischen Fortschritten soziale Probleme wie Delinquenz, Drogen- sowie Alkoholmissbrauch, Strassenkriminalität, familiäre Gewalt, sexuelle Ausbeutung und dysfunktionale Familien zugenommen.

Eigentlich kann Luis Alberto Kouri Haana – im Vergleich zu anderen Slumgebieten – als “sicheres” Wohngebiet bezeichnet werden. Doch viele Kinder und Jugendliche schliessen Freundschaften mit Gleichaltrigen aus anderen Siedlungen. In den letzten drei Jahren wurden drei Jugendliche aus Familien von Luis Alberto Kouri Haana umgebracht, was auf ihre Teilnahme in nahegelegenen Banden zurückzuführen ist.


Sehr viele Kinder wachsen ohne Vater auf.

Carlos Bernales

Die Familien, die Kinder im Schulalter haben, sind sich der Problematik der Strassengewalt bewusst. Doch sie haben sich an die Situation gewöhnt und setzen sich nicht für Präventionsmassnahmen ein.

Sehr viele Kinder wachsen ohne Vater auf. In verschiedenen Situationen bekommen sie schon in frühen Jahren mit, wie Jugendliche Drogen konsumieren. Da ihnen männliche Vorbilder fehlen, ist es nicht verwunderlich, dass der Kontakt mit diesen Jugendlichen sie in ihrer intellektuellen und psychologischen Entwicklung beeinflusst.

Viele Mütter führen ihr Leben in einer monotonen Routine und setzen sich keine persönlichen Ziele. Unzufriedenheit, finanzielle Probleme sowie Abhängigkeit von Männern, welche ihnen Schaden zuführen, begleiten sie das ganze Leben lang. Dies verinnerlichen deren Kinder und sie wiederholen die gleichen Fehler. Da ihnen nie aufgezeigt wird, dass es verschiedene Lebensgestaltungen gibt, führen sie später denselben Lebensstil wie ihre Mütter bzw. Eltern weiter.