Obdachlosenarbeit


Der Anblick der nächtlichen Strassenszenen im Zentrum von Lima ist traurig…

Miriam Bernales
  • Terokalschnüffelnde Jugendliche (dies ist ein Klebstoff der zum Schuhreparieren gebraucht wird, doch als Droge missbraucht – er schadet dem Gehirn ausserordentlich)
  • Leicht bekleidete 14-Jährige, welche mit ihren Kleinkinder auf der Strasse Süsses verkaufen, um Geld zu verdienen
  • Alte kranke Leute, welche in den Abfalleimern nach Flaschen suchen: Diese geben sie an den Recycling-Sammelstellen ab. So verdienen sie das Geld für das tägliche Essen. Schlafen müssen sie auf der Strasse, da es für alte Leute ohne Geld und ohne unterstützende Familie so gut wie keine Alternativen gibt.

Einblick in die Obdachlosenarbeit in Lima

Jeden Dienstagabend sind wir mit dem 7-köpfigen Team „Alborada“ auf Strasseneinsatz. Den ersten Halt machen wir vor einem verlotterten Haus. In diesem Haus leben viele Familien.

Die Kinder wachsen in einem Umfeld voller Drogen, Prostitution und Gewalt auf.

Carlos Bernales


Die Kinder wachsen in einem Umfeld voller Drogen, Prostitution und Gewalt auf. Wir holen die Kinder ab und nehmen sie für die „Kinderstunde“ mit auf die Strasse. Wir erzählen Geschichten, singen, verteilen Schokoladenmilch und Sandwichs.

Der zweite Versammlungsort ist nicht weit vom ersten entfernt. Hier warten jeweils schon um die sechzig ältere Leute auf uns. Die meisten von ihnen sind obdachlos und trauen sich mit ihren schmutzigen Kleidern nicht, in eine Kirche hineinzugehen.

So ist ihre Kirche auf der Strasse. Wir gestalten jeweils einen kleinen Gottesdienst und versuchen Impulse für eine Neuorientierung zu vermitteln. Am Schluss kümmern wir uns mit gesundem Essen sowie Medikamenten auch um ihr physisches Wohl.

Viele der Menschen, welche wir Dienstagnacht besuchen, sind an einem Tiefpunkt angekommen. Wir versuchen Licht in diese Dunkelheit zu bringen. Manchmal können wir ihnen helfen, neben akuter Hilfe und Ermutigung, ihre Lebensumstände zu verbessern.

Die „Alborada“-Gruppe gibt es schon seit 15 Jahren. Die Arbeit gründete dazumal die Schweizer-Missionarin Vreni Müllhaupt. Sie ist nun pensioniert und lebt seit einigen Jahren wieder in der Schweiz.