Projekt-Aktuell

Neue Arbeitsweise im Projekt

Unser Fokus bleibt der gleiche: „Hoffnung, Perspektiven und Jesus Liebe weitergeben“. Die Art und Weise hat sich jedoch verändert. Schulen, Kirchen und soziale Projekte können wohl während dem ganzen Jahr die gewohnten Aktivitäten nicht durchführen. Wir machen momentan folgendes:

Nothilfe (Unterstützung mit Lebensmitteln und Wohnmöglichkeiten)

Kopien für „Homeschooling“: Wir drucken täglich für verschiedene Kinder das entsprechende Schulmaterial aus und die Eltern senden via Handy-Foto die gelösten Aufgaben den Lehrpersonen. Ohne diese Hilfe könnten einige Kinder, vor allem die ohne Internet, das Schuljahr nicht weiterführen.

„Kaninchen-Therapie“: Eltern die Mühe haben, ihre Kinder fürs Lernen zu motivieren, dürfen einmal pro Woche als „Belohnung für gutes Arbeiten“ mit ihrem Kind zu uns kommen und mit unseren kleinen Kaninchen spielen. Ausflug auf die Terrasse von Estación Esperanza und das während der Quarantäne – eine super Methode, um motiviert zu sein!

Familienberatung per Telefon

Predigt am Sonntag von unserer Dachterasse: Verschiedene Leute sitzen vor ihren Häusern und nehmen auf diese Art am Gottesdienst teil. Anscheinend lösen diese Inputs etwas aus. Folgende zwei Reaktionen werden wir wohl nicht vergessen:

Erstens

An einem Sonntag thematisierten wir die Geschichte des guten Samariters: Wir sollen für andere, inkl. Leute die wir nicht mögen, da sein. Gott möchte uns helfen, andere zu lieben. Kaum war die Predigt fertig, gingen die Nachbarn raus, schlossen sich zusammen (sogar solche die sich überhaupt nicht verstehen) und mischten Wasser mit Javelwasser, um die Häuser und die Strasse zu desinfizieren. Ob das wirklich hilft, wissen wir nicht, doch hier sind alle davon über- zeugt. Ein solches Miteinander gab es schon seit einigen Jahren nicht mehr.

Zweitens

Eine Familie, die sich im „kriminellen Business“ bewegt, rief uns nach einem Input an und bat um Gebet für Verwandte, die sehr krank sind (Covid). Carlos und ich besuchten die Familie und wir durften ein gutes Gespräch sowie eine Gebetszeit verbringen. Tränen in den Augen des Mannes zu sehen, der bis vor kurzem noch regelmässig mit einer Pistole unterwegs war – ein spezielles Gefühl.

Elternabend

Elternabend: Dank Patenschaften wird etlichen Kindern der Schulbesuch ermöglicht. Mit den Eltern schliessen wir jeweils eine Vereinbarung ab: Unter anderem müssen sie pro Jahr fünf Elternabende besuchen. Da ist/war nun, während der Quarantäne-Zeit, Kreativität gefragt. Wir engagierten einen Psychologen, der für uns per Zoom Videokonferenz das Thema „Selbstwertgefühl“ behandelte. Es war anspruchs- voll, allen beteiligten 16 Familien den Zugang zu ermöglichen.

Mit Ausleihen, Umquartieren usw. gelang es schliesslich. Wir selber konnten die Leute während der Veranstaltung via Computer direkt beobachten. Das war spannend. Ein Vater, der letztes Jahr an den Elternabenden im Schulhaus oft einschlief, hörte jetzt, auf seinem Bett liegend, die ganze Zeit konzentriert zu. Nächstes Jahr nehmen wir wohl sein Bett mit in die Schule.
Wir hoffen, dass die Notariate und Gemeindehäuser im Juli wieder öffnen und wir mit den Genehmigungen für das Grundstück weitermachen können. So wäre dann nämlich der Bau der Mauer sowie weitere Schritte möglich.

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