Was wir tun

Kinder lernen lernen … und die Eltern auch

Wir stellten bald einmal fest, dass auf Basis unserer freiwilligen Freizeitangebote viele Eltern hinsichtlich ihrer Entwicklung im pädagogischen Bereich keine Verbindlichkeit sehen. So ist ihr Umgang mit den Kindern sehr dem Zufall überlassen.

An sich ist allerdings der Kindergarten- und Schulbesuch in Peru obligatorisch und eigentlich ist es vielen Eltern ein Anliegen, dass ihre Kinder eine gute Schule besuchen können. Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg und der einzige legale Weg, aus der Armutsspirale auszubrechen.

Für die obligatorische Schulzeit (3 Jahre Kindergarten, 6 Jahre Primarschule, 5 Jahre Sekundar- schule) bestehen zwei Optionen:

Staatliche Schulen: Günstig, da man keine monatlichen Schulgelder bzw. nur die Uniform und das Schulmaterial zahlen muss. Die Qualität ist aber schlecht. Zudem gibt es zu wenig freie Plätze.

Private Schulen: Bessere bis exzellente Bildung, doch sehr teuer, zwischen 80 – 500 USD monatlich exkl. Extrakosten wie Einschreibung, Material, Uniform, Ausflüge, Anlässe usw. Der Mindestlohn in Peru ist aktuell 300 USD bzw. 930 Soles.

Peruanische Familien aus einem Slum können sich also die privaten Schulen kaum leisten, und ihre Kinder erhalten nur eine schlechte Schulbildung. Viele schliessen die obligatorische Schulzeit nicht einmal ab. Zudem gehen verhaltensauffällige Kinder oder Kinder mit Lernschwächen in der staatlichen Schule unter. Entweder sitzen sie nur passiv ihre Stunden ab oder gehen aus Frustration selten oder überhaupt nicht zur Schule. Die Schulklassen sind zu gross und die Stoffvermittlung beschränkt sich täglich schon für die 3jährigen fast ausschliesslich auf 4-5 Stunden Frontal-Unterricht. Durch die vielen Flüchtlinge aus Venezuela wurde diese Situation noch prekärer.

Im Rahmen eines Patenschafts-Konzepts bieten wir finanziell schwachen Familien die Chance, dass ihre Kinder diese Schule besuchen können.

Miriam Bernales-Kühni

Anfangs 2018 starteten wir ein Kooperations-Verhältnis mit der privaten Schule „Mahanaim“. Im Rahmen eines Patenschafts-Konzepts bieten wir finanziell schwachen Familien die Chance, dass ihre Kinder diese Schule besuchen können. Wir beteiligen uns am Programm dieser Schule mit Therapie- Angeboten (Montessori-Konzept) in einem eigenen Raum. Damit die Kinder nicht den Ausbildungsbereich wie eine Insel erleben – und daheim bleibt alles beim alten -, binden wir die Eltern bzw. die ganze Familie in das Konzept ein. Unser finanzieller Beitrag für die Kinder wird dann bezahlt, wenn sich die Eltern an Elternbildungsveranstaltungen und an Gesprächen auf der Basis eines Erziehungscoachings beteiligen. Dazu verpflichten sie sich mit ihrer Unterschrift.

Ein grosses Anliegen ist uns die Freude am Lernen. Den Ansatz von Montessori empfinden wir dazu als enorm wertvoll. 2018 absolvierten zwei Lehrerinnen unseres Teams eine Zusatzausbildung zu „Schulstoff vermitteln mit Montessori-Methoden“.

So haben wir Ende 2019 ein  2’000 Quadratmeter grosses Grundstück gekauft.

MiriamBernales -Kühni

Leider ist aber eine langfristige Zusammenarbeit mit dieser Schule nicht möglich. So haben wir Ende 2019 ein  2’000 Quadratmeter grosses Grundstück gekauft. An diesem Ort möchten wir einen Kindergarten und dann eine Schule bauen.