Obdachlosenarbeit

Terokalschnüffelnde Jugendliche (dies ist ein Klebstoff der zum Schuhreparieren gebraucht, doch als Droge missbraucht wird – er schadet dem Gehirn ausserordentlich)

Leicht bekleidete 14-Jährige, welche mit ihren Kleinkindern auf der Strasse Süssigkeiten verkaufen

Alte kranke Leute, welche in den Abfalleimern nach Flaschen suchen: Diese geben sie an den Recycling-Sammelstellen ab. So verdienen sie das Geld für das tägliche Essen. Schlafen müssen sie auf der Strasse, da es für alte Leute ohne Geld und ohne unterstützende Familie so gut wie keine Alternativen gibt.


Jeden Dienstagabend sind wir mit dem 9-köpfigen Team „Alborada“ auf Strasseneinsatz. Regelmässig begleiten uns Jugendliche von Estación Esperanza. Die Erfahrung „anderen zu helfen“ ist für sie wertvoll und sie lernen ihr Leben mit anderen Augen zu sehen.


Einblick in die Obdachlosenarbeit in Lima

Auf der Strasse teilen wir die Leute in Gruppen ein. Für die Kinder gestalten wir eine „Kinderstunde“ in welcher wir Geschichten erzählen, singen – sowie Schokoladenmilch und Sandwichs verteilen. Diese Kinder wachsen in einem Umfeld voller Drogen, Prostitution und Gewalt auf. Am Versammlungsort warten jeweils schon um die sechzig ältere Leute auf uns. Die meisten von ihnen sind obdachlos und trauen sich mit ihren schmutzigen Kleidern nicht, in eine Kirche hineinzugehen. So ist ihre Kirche auf der Strasse. Wir gestalten jeweils einen kleinen Gottesdienst und versuchen, Impulse für eine Neuorientierung zu vermitteln. In einem zweiten Teil kümmern wir uns mit Verpflegung sowie Medikamenten auch um ihr physisches Wohl. 

Die Kinder wachsen in einem Umfeld voller Drogen, Prostitution und Gewalt auf.

Carlos Bernales

Viele der Menschen, welche wir Dienstagnacht besuchen, sind an einem Tiefpunkt angekommen. Wir versuchen, Licht in diese Dunkelheit zu bringen. Manchmal können wir ihnen helfen, neben akuter Hilfe und Ermutigung, ihre Lebensumstände zu verbessern. 

Die „Alborada“-Gruppe gibt es schon seit 18 Jahren. Die Arbeit gründete dazumal die Schweizer-Missionarin Vreni Müllhaupt. Sie ist nun pensioniert und lebt seit einigen Jahren wieder in der Schweiz.